Wanderwoche le Prese

Wanderwoche in Le Prese vom 2. bis 9. September 2017

Über die Bernina bei Schneefall? Das fängt ja gut an, dachten sich etliche der 15 Teilnehmenden der diesjährigen Wanderwoche in Le Prese im Puschlav.

Nach einem herzlichen Empfang von der Wirtin im Albergo Lardi haben wir noch etwas Zeit um uns in der Umgebung umzuschauen. Kurt Marti erklärte uns am Abend noch die möglichen Ausflüge im Tal. Für Sonntag hat er vorgeschlagen, die Gletschermühlen in Cavaglia zu besuchen und dann auf einem «Höhenweg» Richtung Selva zu wandern. Nach dem Schneefall am Samstag scheint am Sonntag bereits wieder die Sonne, nur die Bergspitzen sind alle noch ganz weiss.

Der Gletschergarten von Cavaglia ist sehr bekannt. Durch den andauernden Druck des prähistorischen Gletscherwassers vom Palü-Gletscher haben sich im Lauf der Jahrtausende rotierende Steine in den Felsen gegraben. Entstanden sind so die bis zu 15m tiefen Gletschermühlen.

Nachher führt uns die Strasse stetig hinauf, nach dem Mittagessen wandern wir auf einem schmalen Pfad – weiterhin – hinauf. Ja, endlich geht’s auch wieder hinab, aber eher steil und ruppig. In einem steilen Waldabschnitt purzelt Hedi noch. Nach etwa einer Stunde kommen wir zur Abzweigung Richtung Selva, wo uns die Wirtin dann hätte abholen wollen. Doch die Strasse ist abgerutscht, man müsste einen grossen Umweg machen. So entschliessen wir uns halt, die 700 Höhenmeter bis ins Tal hinunterzusteigen. Zum Glück kommen uns die Wirtin und der Kellner doch noch entgegen. Nur ein paar ganz Tüchtige wandern bis zum Hotel zurück.

Am Montag wandern wir ins Val da Camp. Einige wandern von Sfazu aus bis zum Lagh da Val Viola, andere nehmen noch das Postauto bis Camp. Ein wirklich sehenswertes Tal.

Am Dienstag ist eine Wanderung vom Berninapass bis zur Alp Grüm oder bis Cavaglia auf dem Plan. Einige machen auch noch den Abstecher über die Alp Sassal Mason, natürlich wieder bei bestem Wetter.

Am Mittwoch ist Markt in Poschiavo. Einige entschliessen sich zMärit zga, die andern lassen sich ein Stück den Berg hinauf fahren um den Rest dann zu Fuss zur Kirche San Romerio hinauf zu pilgern. Die tüchtigen Wanderer steigen dann auch die fast 1000 m zu Fuss wieder ins Tal hinunter. Man kann aber auch nur bis Viano gehen und dort ins Postauto bis Brusio steigen. Im letzten Naturfreund ist übrigens ein Bericht über die Alpe die San Romerio – lesenswert!

Am Donnerstag ist schon wieder Markt. Diesmal in Tirano. Wir teilen uns wieder auf. Einige wandern von der Höhe aus nach Tirano, wir sind zu fünft und fahren bis Campascio mit dem Zug und pilgern von dort durch die Obstplantagen und die Kastanienwälder hinunter nach Tirano.

Elisabeth Casanova und ich machen uns am Freitag einen gemütlichen Tag. Mit Bahn und Gondel geht’s hinauf auf die Diavolezza und geniessen dort die wunderbare Aussicht. Die sportlichere Gruppe fährt bis zur Alp Lagalp und nimmt den Wanderweg Richtung Livigno unter die Füsse.

Am Abend nach dem Nachtessen hat die Wirtin noch eine Schifffahrt auf dem Lago die Poschiavo organisiert. Mit Musik, Geschichten und einem feinen Dessert vergeht die Zeit schnell. Am Samstag heisst es Abschied nehmen, dass es jetzt regnet, stört uns gar nicht – haben ja keine Zeit zum Wandern.

Kathrin Fleury