Rüschegggraben

Wanderung um den Rüschegg-Graben, Sonntag, 10. April 2016

Sonntagmorgen, der Wecker ruft uns früh am Morgen aus den Federn. Laut Wetterbericht soll es sich lohnen, heute eine Wanderung zu unternehmen. Der Rucksack ist gepackt, am Bahnhof schnell die Tageskarte lösen, die Wanderleiterin Vreni Schneeberger und Heidi und Margrit begrüssen und schon steht der Zug bereit. Er führt uns nach Bern. Dort warteten fünf Frauen von der Sektion Zollikofen plus Oskar aus Langenthal auf uns. Nun geht’s weiter nach Schwarzenburg und von dort mit dem Postauto nach Wislisau. Wislisau ist ein Weiler der vier Ortschaften Gambach, Hirschhorn, Heubach und Rüschegg-Graben. Im gegenüber der Posthaltestelle liegenden Restaurant geniessen wir das obligate Kaffee mit Gipfeli. Gestärkt wandern wir (11 Personen) begleitet mit Vogelgezwitscher dem wilden Schwarzwasser entlang und bewundern das Erwachen des Frühlings. Nach der Überquerung des Baches folgten wir leicht ansteigend dem Wanderweg. Dabei wurden alte Bekanntschaften aufgefrischt und über dies und das geplaudert. Auf der Krete stärkten wir uns mit einem Schluck aus der Flasche, bestaunten die schönen Bäume und blickten in den nächsten Graben und sahen bereits auf der gegenüberliegenden Anhöhe die Kirche von Rüschegg, das Ziel für die Mittagsrast. Weiter geht’s hinunter nach Heubach und dann steil durch das kleine Weglein zur Kirche. Diese ist wunderschön auf dem grünen Rüschegghügel gelegen und von dort sieht man weit über das Land. Im inneren der Kirche sind die historischen Konfirmandenfotos aus den letzten 100 Jahren zu bewundern und im Chor ein monumentaler Holzschnitt „Schwarzwasser II“ vom einheimischen Maler Franz Gertsch. Die Kirche wurde 1813 erbaut, dies in einer für die Bevölkerung extrem harten Zeit, in der das Gebiet von Rüschegg und Guggisberg als Armenhaus des Kantons Bern bekannt und berüchtigt war. Viele Korbflechter und Hausierer kamen damals aus dieser Gegend und wurden allgemein als „Rüschegger“ bezeichnet. Auf den Bänken vor der Kirche assen wir die mitgebrachten Esswaren und hörten uns von Vreni und Johanna vorgetragen einige Witze an.

Gestärkt, besonnt und ausgeruht wanderten wir danach abwärts durch einen lauschigen Feen-Wald zum Gambach und zum Kraftort, der Wasserfall des Gambach. Nach dem erneuten Aufstieg und Wanderung durch die Felder mit prächtiger Aussicht auf die Berner Alpen kamen wir zu einer Postauto-Haltstelle. Dori und ich verabschiedeten uns nun von den andern Naturfreunden und liessen sie noch an den Zielort Wislisau weiter wandern.

Herzlichen Dank Vreni. Es war wieder eine ausgesprochen schöne Wanderung. Leider bestiegen wir unterwegs keinen Gipfel, somit fehlte der obligate Gipfelwein.

Kennt ihr das von Fritz Stoll komponierte Rüschegg-Lied? Hier die erste Strophe:

„Am Fuess vo üsne Bärge und ob em fyschtre Wald,
ligt üsersch Rüscheggländli, wo's mir am beschte gfallt.
Vo üsem schöne Chilchli gseh mir dürs Land dürus.
Vom Unterland da grüesst is mengs schöns u stattlechs Huus.“

Anna Hubacher